Eine Serie in elf Bildern – über Verwandlung, die geduldige Gewalt der Schere und die Frau, die danach im Spiegel ankommt.
Sie kam zu mir am Ende von etwas. Zuerst eine Freundin, danach erst ein Modell – diese Reihenfolge war zwischen uns immer wichtig.
Wir haben lange geredet. Darüber, was wegfällt, wenn ein Kapitel leise zu Ende geht. Über das eigenartige Gewicht, in einem Körper still zu bleiben, der seiner aktuellen Form entwachsen ist.
Fast nebenbei sagte ich es laut: manchmal genügt ein Haarschnitt. Eine neue Linie am Kiefer, eine dunklere Farbe durch die Wurzeln gezogen – kleine, fast häusliche Handlungen, die erstaunlich oft eine Anamorphose auslösen können. Eine Wiedergeburt der Form.
Das Wort blieb bei uns. Wir liessen es zu einer Serie werden.
Ich habe das Glück, einen Master-Coiffeur zu kennen, dessen Arbeit ins Editorial-Hafte kippt – fast theatralisch. Er liess sich darauf ein, die dritte Hand im Raum zu sein, die mit der Schere.
Was folgt, ist das, was sich spontan an jenem Nachmittag entfaltete: der Stuhl, der Dampf, die geduldige Gewalt der Klingen, die langsame Verschiebung der Haltung, wenn jemand im Spiegel eine ungewohnte Version seiner selbst erblickt – und sehr leise beschliesst, sie zu behalten.
Es ist keine Haarschnitt-Geschichte. Es ist das Protokoll einer Frau, die aus einer Form heraus- und in eine andere hineintritt – in Echtzeit, photographiert von jemandem, der sie lange genug kennt, um an diesem Ort sein zu dürfen.
BILD · I
BILD · II
BILD · III
BILD · IV
„Der erste Schnitt ist die Erlaubnis. Alles danach ist nur Schwerkraft."
BILD · V
BILD · VI
BILD · VII
BILD · VIII
BILD · IX
BILD · X
BILD · XI